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Jugendturniere

Berichte von Jugendturnieren mit Beteiligung des BSK

Deutsche Vereins Meisterschaft U16

04.02.2024
von Martin Forchert

Licht und Schatten

Ein Highlight des Jahres für die BSK-Jugend war die Teilnahme an der Deutschen Vereinsmeisterschaft in Magdeburg in der Altersklasse U16. Die Unterbringung im dortigen Maritimhotel war vorzüglich, die Spielbedingungen gut. In der Aufstellung Yonathan Winkler, Tom Weeke, Antoine Borghini, Leif Borgstädt und Felix Gross war man ausgezogen, sich mit den stärksten Teams aus Deutschland zu messen. Der Setzlistenplatz 15 von 20 Mannschaften ließ unschwer erkennen, wie stark die Konkurrenz sein würde. Dass am Ende ein 11. Rang stand, ist zweifellos ein Erfolg. Aber es hätte auch ganz anders kommen können. Bei Antoine, Leif und Felix wechselten gute Leistungen mit unnötigen Fehlern. Aber unter dem Strich lief es ordentlich. Tom hatte an Brett 2 erwartungsgemäß einen sehr schweren Stand. Denn seine Gegner waren zumeist deutlich favorisiert. Yonathan erwischte leider ein rabenschwarzes Turnier. In jeder (!) Partie erzielte er einen halben Punkt weniger als möglich gewesen wäre. Trotzdem zeigte sich erfreulicherweise, dass das Team auch gegen die stärkeren Mannschaften keineswegs chancenlos war.

Anmerkung: Die Partien mit Analysen finden sich am Ende des Berichtes in nachspielbarer Form.

Runde 1:

Hamburger SK 1830 2½ : 1½ Bielefelder SK 1883

1 Bahne Fuhrmann (2097) ½ : ½ Yonathan Winkler (2030)

2 Arthur Krüger (1984) 1 : 0 Tom Weeke (1725)

3 Bennit Tietz (1921) 0 : 1 Antoine Borghini (1693)

4 Zion Malchereck (1851) 1 : 0 Leif Jona Borgstädt (1634)

Der Auftakt lieferte bereits einen Vorgeschmack auf das, was den Turnierverlauf prägen sollte. Gegner war die Jugend des Hamburger SK, an 5 gesetzt und nach Papierform an jedem Brett favorisiert, an Brett 1 allerdings nur gering. Von einem Klassenunterschied war lange Zeit nichts zu spüren.

Antoine spielte eine starke Partie und gewann sicher, nachdem sein Gegner die Eröffnung misshandelt hatte.

Tom unterlag in einer spannenden Partie. Er hatte einen Bauern erobert, aber seinem Gegner dafür gefährliche Kompensation überlassen müssen. Trotz großen Kampfes gelang es ihm nicht, der Probleme Herr zu werden.

Die Entscheidung fiel an den Brettern 1 und 4:

Malchereck, Zion (1851) - Borgstädt, Leif Jona (1634)

XABCDEFGHY
8r+-+-+k+(
7+-+nwqpzp-'
6-zpp+r+p+&
5+-+p+-+-%
4-+-zP-+-+$
3zPQzP-+PvLP#
2-+-+-mKP+"
1tR-+-tR-+-!
xabcdefgh
y

 

Leif hatte die Eröffnung zu optimistisch behandelt, aber sich dann gut in die Partie hineingekämpft und nach und nach ausgeglichen.

25.Txe6 fxe6?!
schwächt unnötig die Bauernformation, aber verdirbt noch nichts.
Nach 25...Dxe6 26.Te1 Df6= wäre nichts los.

26.a4 b5?!
Leif beginnt eine taktische Operation, die nach hinten losgeht. 26...Ta5=

27.a5 Sb6?!
verfolgt die falsche Idee konsequent weiter. 27...e5!? war noch ganz gut spielbar.

28.Db4! Kf7??
Diesen Fehler verträgt die Stellung nicht mehr. 28...Dg5! war notwendig. Nach 29.Te1 Sc4 30.Txe6 Sxa5 31.Da3 Dd8 steht Schwarz gefährdet, aber kann sich vielleicht noch retten.

29.Dxe7+ Kxe7 30.axb6!+–
Der b-Bauer ist nicht mehr zu stoppen. (1–0/33)

 

Trotz dieser unglücklichen Niederlage hätte der Kampf unentschieden enden sollen. Denn Yonathans Gegner war schon frühzeitig auf Abwege geraten:

Winkler, Yonathan (2030) - Fuhrmann, Bahne (2097)

XABCDEFGHY
8r+-+k+-tr(
7vllzp-+pzp-'
6p+nzp-wq-zp&
5+p+Lzp-+-%
4-+-+P+-+$
3+-zPP+N+P#
2PzP-+-zPP+"
1tR-vLQmK-+R!
xabcdefghy


 

In dieser ausgeglichenen Stellung war Schwarz am Zug.

12...Sa5?!
Ungenau. Besser ist 12...Tb8=

13.a4!
nutzt die ungeschickte schwarze Figurenstellung.

13...Lxd5?!
Mit 13...c6 14.La2 c5 war der Schaden zu begrenzen.

14.exd5 Sb7?
Das verträgt die schwarze Stellung nicht mehr. 14...0–0 15.0–0 Sb7 16.b4 musste sein, war aber schon beschwerlich für Schwarz. Der Springer b7 steht miserabel.

15.axb5! a5
15...axb5? geht nicht gut. 16.Le3 Sc5 17.Lxc5 dxc5 18.Ta3 0–0 19.Da1 Db6 20.0–0 Db7 21.c4+–

16.b4
16.0–0!? Lb6 17.Ta4! Sc5 18.Tg4 mit der Idee d4

16...e4?
Das funktioniert nicht und sollte glatt verlieren. 16...0–0! 17.bxa5 Sxa5! Die einzige Chance. (17...Sc5?! 18.0–0 e4 19.dxe4 Sxe4 20.Lb2+– Weiß steht mit zwei Bauern mehr auf Gewinn. 20...Sxc3?? 21.Dc2 verliert weiteres Material.) 18.Txa5!? (Vorsichtiger ist 18.0–0 Lb6 19.Ta4! mit Mehrbauern und besserer Stellung) 18...Lxf2+ 19.Kxf2 Txa5 20.Db3 Dg6 21.c4 Tfa8 22.Td1+– Die schwarze Kompensation für das geopferte Material ist ungenügend. Aber Schwarz spielt noch mit.

17.dxe4! Dxc3+?!
17...0–0 ist besser, aber war natürlich nicht im Sinne des Schwarzen.

18.Ld2 Df6 19.0–0!
Sehr gut. Der Bauer a5 läuft nicht davon.
Sofort 19.bxa5+– war die Alternative.

19...0–0
19...a4 bringt nichts ein. 20.Dc2 (20.Txa4 0–0 21.Ta6 Lb6 22.Le3+–) 20...0–0 21.Dxc7+–

XABCDEFGHY
8r+-+k+-tr(
7vlnzp-+pzp-'
6-+-zp-wq-zp&
5zpP+P+-+-%
4-zP-+P+-+$
3+-+-+N+P#
2-+-vL-zPP+"
1tR-+Q+RmK-!
xabcdefghy

 

20.Dc2?
Schwer verständlich. Das simple 20.bxa5+– gewinnt. 20...Sc5 21.Dc2 (21.Le3! ist auch sehr überzeugend. 21...Tfe8 [21...Sxe4 22.b6+-] 22.Dc2 Dg6 23.Tfb1 Dxe4 24.Dxe4 Sxe4 25.b6+–) 21...Dg6 22.Tae1 Tae8 (22...Tfe8 s. 21.Le3) 23.Le3 Dxe4 24.Dxe4 Txe4 25.Lxc5 Txe1 26.Lxa7+–

20...axb4! 21.e5?!
Weiß macht sich das Leben schwer. 21.Tab1! war immer noch gewinnträchtig. 21...Lc5 (21...Lb6 22.Txb4) 22.Lxb4 Lxb4 23.Txb4 Sc5 24.e5+–

21...dxe5 22.Lxb4?!
Und damit verspielt Weiß fast seinen gesamten Vorteil.
Besser war das komplizierte 22.Dxc7! Sd6! (22...e4? scheitert am Zwischenzug 23.Ta6! Df5 24.Se5 Lc5 (24...Lb8 25.Dxb7 Dxe5 26.g3+–) 25.Sc6!+– Schwarz hat nur noch Tricks. 25...Tae8!? 26.Dxb7 (26.Le3!+– vermeidet alle Komplikationen.) 26...e3 27.Lxe3 Txe3! 28.d6!+–) 23.Lxb4 Lb8 24.Dc1

22...Tfc8?
Viel zu passiv. Jetzt steht Weiß ein zweites Mal auf Gewinn.
Nach 22...e4! 23.Ta6! (23.Lxf8 Lxf2+! 24.Kxf2 Txa1 25.Txa1 Dxa1 26.Lxg7 Kxg7 27.Dxe4 Sd6= bietet keine Gewinnchancen.) 23...Sd6 24.Lxd6 cxd6 25.Dxe4 Lc5 ist der weiße Mehrbauer nur schwer zu verwerten.

23.Dc6!+–
Jetzt ist die weiße Welt wieder in Ordnung.

23…Dxc6 24.bxc6 Sd6

XABCDEFGHY
8r+r+-+k+(
7vl-zp-+pzp-'
6-+Psn-+-zp&
5+-+Pzp-+-%
4-vL-+-+-+$
3+-+-+N+P#
2-+-+-zPP+"
1tR-+-+RmK-!
xabcdefghy

 

25.Sxe5?
Doch dieser materialistische Zug vergibt den Gewinn endgültig.
Die Stellung nach 25.Lxd6! cxd6 26.Sd2 f5 (26...Lb6 27.Txa8 Txa8 28.Tb1 Lc7 29.Tb7 Tc8 30.Se4 f5 31.Sc3+– Gegen Sb5 mit Materialgewinn ist Schwarz machtlos.) 27.Tfb1+– sollte nicht allzu schwer einzuschätzen sein: Der gedeckte Freibauer auf c6 verbürgt einen leichten Sieg.

25...Se4! Auf einmal sind alle schwarzen Figuren aktiv. Der weiße Mehrbauer spielt keine Rolle mehr. Nach ein paar weiteren Zügen einigte man sich auf ein Unentschieden (½/32).

Ein unglücklicher Start in das Turnier.


 

Runde 2:

Bielefelder SK 1883 4 : 0 SC Bavaria Regensburg 1881

1 Yonathan Winkler (2030) + : - Naum Aumüller (1972)

2 Antoine Borghini (1693) + : - Samuel Ammann (1502)

3 Leif Jona Borgstädt (1634) + : - Theodor Bürger (1514)

4 Felix Gross (1554) + : - Daniel Slutski (1324)

Die zweite Runde bestand aus Warten. Denn der Gegner, der letzte der Setzliste Bavaria Regensburg, trat nicht (rechtzeitig) an. Vermutlich hatten die Oberpfälzer falsche Vorstellungen über den Rundenbeginn.


 

Runde 3:

Bielefelder SK 1883 ½ : 3½ SK Doppelbauer Kiel 1910

1 Yonathan Winkler (2030) 0 : 1 Magnus Ermitsch (2242)

2 Tom Weeke (1725) 0 : 1 Yuriy Shtompel (2035)

3 Antoine Borghini (1693) ½ : ½ Bjarne Vollbehr (1975)

4 Felix Gross (1554) 0 : 1 Katerina Bräutigam (1993)

Das kampflose 4:0 führte dazu, dass in nun mit dem SK Doppelbauer Kiel der Turnierfavorit und spätere Sieger wartete, der in der ersten Runde überraschend verloren hatte. Das Ergebnis von ½:3½ ist viel deutlicher als der Spielverlauf. Auch über ein 2:2 hätten sich die Kieler nicht beklagen dürfen.

Yonathan musste mit Schwarz gegen den stärksten Spieler des Turniers, FM Magnus Ermitsch, antreten. Dieser hatte gerade den Jugendweltmeistertitel in der Altersklasse U14 durch eine unnötige Schlussrundenniederlage denkbar knapp verpasst und war Zweiter geworden. Auch in Magdeburg spielte er sehr erfolgreich und gewann mit 6½/7 den Brettpreis am Spitzenbrett. Trotzdem war von einem Klassenunterschied nichts zu bemerken. Yonathan spielte couragiert, opferte zwei Bauern für Initiative und erreichte im 23. Zug die folgende Stellung:

Ermitsch, Magnus (2242) - Winkler, Yonathan (2030)

XABCDEFGHY
8-+-+-+k+(
7+-+-+pzpp'
6-+-+-wq-+&
5+-+-+P+-%
4-+-+-+-+$
3+-+Q+-+-#
2Ptr-+-zPPzP"
1tR-+-+-mK-!
xabcdefghy

 

Hätte Yonathan sich hier ein Luftloch für den König verschafft, ist die Stellung objektiv völlig ausgeglichen. Stockfish bewertet sie mit 0.00. Nach 23...h6 ist 24.a4 der aussichtsreichste Versuch für Weiß. (24.Dd1 Td2! 25. De1 Db2= ist gar nichts.) Aber 24…Txf2 25.Kxf2 Dxa1 26.De4 Db2+ verschafft Schwarz genügend Gegenspiel. Der weiße König steht zu unsicher, um den a-Bauern verwerten zu können.

Leider spielte Yonathan 23...Td2??

und gab nach 24.Te1! 1-0 auf.


 

Auch Tom musste nicht verlieren. Er kam sehr gut aus der Eröffnung:

Weeke, Tom (1725) - Shtompel, Yuriy (2035)

XABCDEFGHY
8r+-+-+-tr(
7zpl+kvlpzpp'
6nzp-zp-+-+&
5+-+pzP-+-%
4-+-zP-vL-+$
3+-sN-+N+-#
2PzP-+-zPPzP"
1tR-+-+RmK-!
xabcdefghy

 

Nach dem sofortigen 14.exd6! Lxd6 15.Se5+ Lxe5 (15...Ke6? 16.Tfe1 Kf5 17.Ld2+– verliert.) hätte Tom die angenehme Wahl gehabt, entweder mit 16.dxe5 die offene Stellung des schwarzen Königs zum Thema zu machen oder mit 16.Lxe5 f6 17.Lg3= eine nahezu tote Remisstellung herbeizuführen.

14.a3?!
ist dagegen ein unnötiger Zeitverlust, der Schwarz ins Spiel bringt.

14...Sc7 15.exd6 Lxd6 16.Lxd6?!
Wieder unglücklich. 16.Se5+!= hätte immer noch ausgezeichnete Remisaussichten herbeigeführt.

16...Kxd6 17.Se5 Thf8=
Die Stellung ist zwar objektiv immer noch ausgeglichen. Aber Schwarz hat keine Sorgen mehr. Nach und nach begann der Spielstärkeunterschied sich bemerkbar zu machen. Schwarz gelang es, Kapital zu schlagen, aus dem zentral postierten König und seinen Läufer vorteilhaft einzusetzen. Schließlich (0–1/39).

Antoine spielt seine beste Partie und erreichte mit Schwarz aus der Position der Stärke heraus ein Unentschieden:

Vollbehr, Bjarne (1975) - Borghini, Antoine (1693)

XABCDEFGHY
8r+-wqk+-tr(
7zpp+l+pzpp'
6-+n+pvl-+&
5+-+n+-+-%
4-+-sN-+-+$
3+P+-zP-+-#
2PvL-+LzPPzP"
1tRN+Q+RmK-!
xabcdefghy

 

Schwarz hat ausgeglichen und spielt auch im Folgenden solide und gut.

11.Lf3 Sxd4! 12.Lxd4 Lc6 13.Sa3 0–0 14.Sc4 Lxd4! 15.Dxd4 Sb4 16.Dg4 Lxf3 17.gxf3?!
Ein Versuch, Schärfe ins Spiel zu bringen, um Gewinnchancen zu erhalten, der aber nach hinten losgeht. 17.Dxf3 De7 18.Tfd1 Tfd8= ist perspektivloser Ausgleich.

17...De7 18.a3?!
18.f4 hätte Ausgleichschancen bewahrt, z.B. 18...Sd3 19.Tad1 Tad8 20.De2 Df6 21.Kh1 Df5 22.Df3

18...Sc6?!
Zu vorsichtig. 18...Sd3! 19.Tad1 Tfd8 hätte Schwarz bereits spürbar in Vorteil gebracht.

19.b4?!
Beim Versuch, etwas anzuzetteln, verschlechtert Weiß seine Stellung weiter.

19...b5! 20.Sd2

XABCDEFGHY
8r+-+-trk+(
7zp-+-wqpzpp'
6-+n+p+-+&
5+p+-+-+-%
4-zP-+-+Q+$
3zP-+-zPP+-#
2-+-sN-zP-zP"
1tR-+-+RmK-!
xabcdefghy

 

20…Tfd8
Naheliegend. Aber den anderen Turm zu nehmen, wäre stärker gewesen, also 20...Tad8! 21.Sb3 f5! 22.Dh3 Tf6Schwarz steht bereit, seinen Turm gegen König und/oder h-Bauern einzusetzen.

21.Sb3 Td5
21...Se5!? 22.De4 Sc4 war besser.

22.f4!
nimmt e5 unter Kontrolle und nähert sich wieder dem Ausgleich.

22...a5! 23.Tac1! Td3 24.Txc6 Txb3 25.Tfc1
Weiß hat seine Figuren aktiviert und sich Gegenspiel verschafft.

25...g6 26.Dd1
26.Tc7 Df6 27.De2=

26...Txa3 27.Dd4?!
Nicht ideal. 27.Tc7! Dxb4!? (Nach 27...De8 28.bxa5 T3xa5 29.Dd4 sichert die Aktivität der weißen Figuren den Ausgleich.) 28.Txf7! hätte das Remis forciert: 28...Kxf7 29.Tc7+ Kg8 30.Dd7 Ta1+ 31.Kg2 De4+ 32.f3 Tg1+! 33.Kxg1 Dxe3+ 34.Kg2 De2+ 35.Kg3 De1+ 36.Kg4 Dg1+ 37.Kh3= Weiß kann dem Dauerschach nicht entkommen.

27...De8
27...e5!? wäre ein Gewinnversuch. 28.fxe5 Dxb4 29.Dxb4 (29.Dd7 Tf8 bringt nur Weiß in Gefahr.) 29...axb4 30.Tb6 Ta1 31.Txa1 Txa1+ 32.Kg2 Ta5 33.Td6= Der schwarze Mehrbauer ist nicht zu verwerten.

28.Tc7?!
28.bxa5 T3xa5 29.Tc7

28...Td8
Wieder sehr solide gespielt. 28...axb4!? war die letzte Chance auf einen vollen Punkt. Nach 29.Dxb4 Ta1! 30.Txa1 Txa1+ 31.Kg2 Da8+ 32.f3 Td1! 33.Dxb5 Da2+ 34.Kh3 Td8 wäre der weiße König spürbar gefährdeter als der schwarze.

29.Df6 Tad3 30.bxa5 Td1+ 31.Kg2 Txc1 32.Txc1 Ta8=
Das Material ist wieder ausgeglichen und aus der Partie die Luft raus: ½ / 40


 

Felix spielte lange Zeit groß auf und brachte seine Gegnerin an den Rand einer Niederlage. Leider hielt er nicht durch und verdarb seine Partie am Ende:

Gross, Felix (1554) - Bräutigam, Katerina (1993)

XABCDEFGHY
8-+-+r+-+(
7+k+n+p+p'
6-zp-+-zpp+&
5+-zpN+-+-%
4-+PzP-+-+$
3+-zPK+-+-#
2-+-+-zPPzP"
1tR-+-+-+-!
xabcdefghy

 

Bis hierhin hat Felix ausgezeichnet gespielt und seiner Gegnerin praktisch keine Chance gelassen. Nach 31.g4!+– wäre Schwarz um eine gute Idee verlegen. Der Springer muss die Bauern auf f6 und b6 decken, der König a7 bewachen. Auch der Turm hat wenig Möglichkeiten. Verlässt er die e-Linie, kann Weiß sie übernehmen.

Abzuwarten verliert, z.B.:
a) 31...Th8 32.f4! (32.Te1 Kc6 33.Te7 Tf8 bringt noch nichts.) 32...Te8 (32...h5 33.g5+–) 33.h4 Te6 (33...Th8 34.Te1+–) 34.h5 Te8 35.h6 Te6 36.f5 Te8 37.Tf1 g5 38.Ta1 Schwarz ist ein erstes Mal in Zugzwang. Kc6 39.Ta7 Td8 40.Tc7+ Kd6 41.Tb7 Kc6 42.Ta7 Kd6 43.Sc7 Kc6 44.Ke4! Es droht Sb5 mit matt. (44.Sb5? Se5+) 44...Tc8 45.Sb5 cxd4 46.cxd4 Te8+ 47.Kd3 Tc8 48.Kc3+– Der erneute Zugzwang ist tödlich.

Aber was kann Schwarz tun?

b) 31...h5 32.gxh5 Th8 33.hxg6 Th3+ 34.f3 fxg6 35.Tf1 Txh2 36.Te1 Tf2 37.Te7 Kc8 38.Ke3+– sieht unhaltbar aus.

c) 31...Ta8? 32.Txa8 Kxa8 33.Sc7+! Kb7 34.Se8 Kc6 (34...cxd4 35.cxd4 Kc6 36.Kc3+–) 35.d5+ Kb7 36.Sd6+ Kc7 37.Sxf7+– verliert klar.

Statt 31.g4! zog Felix leider 31.f4? und verspielte damit seinen Vorteil.

31...f5!
Seine Gegnerin lässt sich die Chance nicht entgehen. Die Kontrolle über e4 verschafft Schwarz Ausgleich.

32.Se3?!
Warum? Der Springer steht auf d5 optimal!

32...Sf6 33.Tb1 Se4 34.Tb2?!
Unnötig kompliziert. Die Rückkehr 34.Sd5 versprach immer noch toten Ausgleich. 34...Te6 (34...Sf2+ 35.Kd2 Se4+ 36.Kd3=) 35.Tb2 h5 36.g3= Schwarz kann keine Fortschritte machen.

34...Sxc3!

XABCDEFGHY
8-+-+r+-+(
7+k+-+p+p'
6-zp-+-+p+&
5+-zp-+p+-%
4-+PzPnzP-+$
3+-zPKsN-+-#
2-tR-+-+PzP"
1+-+-+-+-!
xabcdefghy

 

35.Tb3??
Nach diesem zweiten Fehler geht die Partie noch verloren.
35.Sxf5! war notwendig. 35...gxf5 36.Kxc3 Te3+ 37.Kd2 cxd4 38.Tb5=
Die zersplitterten schwarzen Bauern geben Weiß genügend Gegenspiel.

35...cxd4–+ 36.Kxd4
36.Sc2 Sa4 37.Kxd4 Te2–+

36...Se2+ 37.Kd3? Sc1+ 38.Kd4 und Weiß gab auf 0–1.

Viele ungenutzte Chancen führten zu einer deutlich zu hohen Niederlage.


 

Runde 4:

Bielefelder SK 1883 1½ : 2½ SK Bad Homburg 1927

1 Yonathan Winkler (2030) 0 : 1 Jan Christian Gold (1925)

2 Tom Weeke (1725) ½ : ½ Frieda von Beckh (1846)

3 Leif Jona Borgstädt (1634) 1 : 0 Christoph Pichl (1765)

4 Felix Gross (1554) 0 : 1 Maximilian Negru (1511)

Sie brachte die schlechteste Turnierleistung. Gegen einen nach Rating ungefähr gleichwertigen Gegner aus Homburg setzte es eine verdiente 1½ : 2½ Niederlage. Nur Leif überzeugte und spielte eine starke Partie:

Pichl, Christoph (1765) - Borgstädt, Leif Jona (1634)

XABCDEFGHY
8rsn-wqkvl-tr(
7zpp+l+pzpp'
6-+-+p+-+&
5+-zPp+-+-%
4-zP-+n+-+$
3+-zP-vLNzP-#
2P+-+PzP-zP"
1tRN+QmKL+R!
xabcdefghy

 

Schwarz hat einen Bauern geopfert. Die schlechte Koordination der weißen Figuren beschert ihm Kompensation.

7...a5!
nimmt das weiße Bauerngerüst aufs Korn.

8.Db3?!
Die Dame steht hier ungünstig. 8.Se5!? axb4 9.cxb4 (9.Sxd7?! b3!!) 9...La4 10.Dd4 Le7 hätte eine spannende Stellung ergeben.

8...axb4! 9.cxb4 Le7?
Ein kleiner Schönheitsfehler. Schwarz überschätzt die Drohung Lf6.
9...b6! war richtig. Nach 10.cxb6 Sc6! 11.a3 Lxb4+ 12.Sfd2! (12.Sbd2 Lc3! 13.Tb1 d4–+) 12...Sc5 13.Dc2 Sb7wird Schwarz den Bauern b6 zurückgewinnen und im Mindesten Ausgleich erzielen.

10.Sc3?
Jetzt funktioniert der Zug gut Nach 10.a4! Lf6 11.Ta3 wäre es Schwarz dagegen schwer gefallen, ausreichende Kompensation nachzuweisen.

10...Lf6! 11.Ld4 Sc6 12.Sb5??
Weiß verliert den Überblick. 12.Td1! war Pflicht. Nach 12...Sxc3 13.Dxc3 Txa2 hat Schwarz seinen geopferten Bauern mit gewissem Vorteil zurückgewonnen.

12...Sxd4!
Leif nutzt seine Chance.

13.Sbxd4 Lxd4! 14.Sxd4 Df6!–+
Dieser Doppelangriff entscheidet.

XABCDEFGHY
8r+-+k+-tr(
7+p+l+pzpp'
6-+-+pwq-+&
5+-zPp+-+-%
4-zP-sNn+-+$
3+Q+-+-zP-#
2P+-+PzP-zP"
1tR-+-mKL+R!
xabcdefghy

 

15.0–0–0
Schade. Das verliert chancenlos und raubt Schwarz die Möglichkeit, seine Kombination zu krönen. Nach 15.De3 hatte Leif den schönen Zug 15...Ta3! geplant. Nach 16.Dxa3 Dxd4! wird Weiß in wenigen Zügen mattgesetzt, z.B. 17.Dc1 Dxb4+ 18.Kd1 Sxf2+ 19.Kc2 La4#

15...Sxf2 16.Lg2 Sxh1 17.Lxh1 La4
und Schwarz gewann (0–1/38).

Ein schöner Sieg. Aber leider nahm der Rest der Mannschaft eine Auszeit:

Yonathan war die Eröffnung missglückt und nach einem taktischen Fehler geriet er in eine Verluststellung. Mit dem Rücken zur Wand begann er zu kämpfen und wehrte sich verzweifelt, um die scheinbar unvermeidliche Niederlage abzuwenden. Sein Kampfgeist wurde belohnt. Unter gütiger Mithilfe seines Gegners erreichte er ein Turmendspiel, das objektiv remis ist. Doch was dann folgte, war eine Qual, nicht nur für Yonathan, sondern auch für den Betreuer, der den Geschehnissen am Brett machtlos zusehen musste.

Gold, Jan Christian (1925) - Winkler, Yonathan (2030)

XABCDEFGHY
8-+-+-+-+(
7tr-+-+kzp-'
6-+-+-+-+&
5+-tR-+-+K%
4-+-+-zPP+$
3+-+-+-+-#
2-+-+-+-+"
1+-+-+-+-!
xabcdefghy

 

Dieses Turmendspiel ist trotz des weißen Mehrbauern klar remis. Schwarz hat die Wahl zwischen vier Turmzügen:
53...Ta1 sieht am natürlichsten aus. 54.Tc7+ (54.g5 g6+ 55.Kg4 Kg7=; 54.f5 g6+ 55.fxg6+ Kg7=) 54...Kg8 55.g5 Ta5 56.Tb7 (56.Kg4 g6=) 56...Kh7=;
aber auch 53...Ta8 54.Tc7+ Kg8 55.g5 Ta5!=;
53...Ta2= und 53...Ta3= machen remis.
Nicht dagegen: 53...Tb7?

Statt nun mit 54.g5!+– zu gewinnen, spielte Weiß 54.f5??
und präsentierte Schwarz damit das Unentschieden quasi auf dem Silbertablett: 54...g6!+= liegt auf der Hand. 55.Kh6 ist der einzige Versuch. (55.fxg6+ Kg7 bietet keine Chancen. 56.Tf5 Tb1 57.Tf7+ Kg8 58.Kh6 Th1+ 59.Kg5 Ta1= Weiß kommt nicht weiter.) 55...gxf5 56.g5! Aber mit ein bisschen Sorgfalt erreicht Schwarz den Remishafen, z.B. Ke6 57.g6 Tb1 58.g7 Th1+ 59.Kg6 Tg1+ 60.Kh7 Kf6! 61.Tc6+ Ke5 62.Tg6 Th1+ 63.Kg8 Ta1 64.Kf7 Ta7+ 65.Ke8 Ta8+ 66.Ke7 f4 67.g8D Txg8 68.Txg8 f3 69.Tf8 Ke4 70.Ke6 Ke3 71.Ke5 f2=

Doch Yonathan spielte 54...Ta7??
Nun ist Schwarz nach 55.g5+– wieder verloren.

55.Tc6??
Aber Weiß weigert sich ein weiteres Mal, den Sack zuzumachen.

Statt 55...Ta5!=spielte Yonathan leider 55...Tb7??

Nachdem Schwarz er auch die dritte Chance ausgelassen hatte, ein Unentschieden zu erreichen, fand Weiß schließlich den Gewinnzug:

56.g5!+–
Rien ne va plus.

56...Ta7 57.Tb6
Unnötig, aber verdirbt auch nichts. 57.g6!+-.

57...Tc7 58.Tb8 Ta7 59.Tc8 Tb7 60.g6+! Kf6 61.Tf8+ Ke5 62.f6! gxf6 63.Kh6 Tb1 64.g7 Th1+ 65.Kg6 Tg1+ 66.Kf7 f5 67.g8D Txg8 68.Kxg8 Ke4 69.Kg7 f4 70.Kg6 Ke3 71.Kg5 f3 72.Kg4 f2 73.Kg3 1–0

Oh je!


 

Toms Partie war nicht besser:

Weeke, Tom (1725) - von Beckh, Frieda (1846)

XABCDEFGHY
8-+-+-trk+(
7+p+-zp-+p'
6-+lzp-+p+&
5zp-wq-+-tr-%
4-+P+-tR-+$
3+P+-+P+-#
2P+-wQ-+PzP"
1+-+-tRL+K!
xabcdefghy

 

Die Stellung ist ausgeglichen. 27...Txf4 28.Dxf4 Tf5 29.De3 Dxe3 30.Txe3 Kf7 31.Kg1= hätte vermutlich bald zu einem Remisschluss geführt.

Mit 27...Lxf3?? unternimmt Schwarz stattdessen einen Selbstmordversuch, der nach 28.Txf8+ Kxf8 29.Dc3! Ld5! 30.Dh8+ Lg8 31.Ld3!+- erfolgreich verlaufen wäre. Die Drohung Tf1+. kostet Material.

28.Txe7?
Schlägt das Geschenk aus.

28…Lc6?!
Danach verbleibt Schwarz mit einem Minusbauern. 28...Lxg2+ 29.Lxg2 Txg2 30.Txf8+ Kxf8 31.Dxg2 Kxe7 32.Dxb7+ Kf6 33.Dxh7 Df2= hätte Ausgleich ergeben.

29.Txf8+ Kxf8 30.Txh7 Df5?! 31.De2?!
31.Kg1!hätte angesichts eines glatten Mehrbauern gute Gewinnchancen ergeben.

31...Kg8! 32.Te7 Df6?!
32...Df4!= Tf5 gleicht aus.

33.De6+ Dxe6 34.Txe6

XABCDEFGHY
8-+-+-+k+(
7+p+-+-+-'
6-+lzpR+p+&
5zp-+-+-tr-%
4-+P+-+-+$
3+P+-+-+-#
2P+-+-+PzP"
1+-+-+L+K!
xabcdefghy

 

Weiß hat im Endspiel einen Bauern mehr Es ist kaum zu glauben, wie es Tom gelingt, diese Stellung in wenigen Zügen in eine Verluststellung zu verwandeln.

34...d5! 35.cxd5?!
35.Kg1!

35...Lxd5 36.Te7
Besser ist 36.Te2.

36...Kf8 37.Tc7?! Te5 38.Kg1 Lc6 39.Th7?! Te1=
Von Vorteil kann schon keine Rede mehr sein.

40.Kf2 Tb1 41.Th4
41.g3 Tb2+ 42.Ke3 Txa2 43.Ld3 Ta3 44.Kd4 Txb3 45.Lxg6 a4 46.Tf7+ Kg8 47.Tf2= sollte leichter zum Unentschieden führen.

41...Tb2+ 42.Ke3 Kg7 43.Tg4 Txa2 44.h4 Tb2 45.Ld3 Txg2 46.Txg2 Lxg2

XABCDEFGHY
8-+-+-+-+(
7+p+-+-mk-'
6-+-+-+p+&
5zp-+-+-+-%
4-+-+-+-zP$
3+P+LmK-+-#
2-+-+-+l+"
1+-+-+-+-!
xabcdefghy

12 Züge nach dem vorigen Diagramm hat nun Schwarz einen Mehrbauern. Allerdings ist die Stellung immer noch remis.

47.Kf4 Ld5 48.Lc2 Kf6 49.Ld1?
49.Ke3 Ke5 50.b4 axb4 51.Lxg6= macht remis.

49...b5!–+
Es ist passiert. Die weiße Stellung ist verloren.

50.Lc2 b4??
50...Le6! 51.Ld1 Lf5 hätte Zugzwang ergeben und leicht gewonnen, z.B. 52.Le2 a4! 53.bxa4 bxa4 54.Lc4 a3–+

51.Kg4??–+
Die falsche Richtung. 51.Ke3!=, z.B. 51… Ke5 52.Lxg6 Lxb3 53.h5 a4 54.h6 Kf6 55.h7 Kg7 56.Kd2 a3 57.Kc1 La4 58.Kb1 b3 59.Le4 Lb5 60.Ka1 Lc4 61.Lf5 b2+ 62.Kb1=

51...Le6+ 52.Kf4 Lf5
52...a4! 53.bxa4 b3 54.Le4 b2 55.Lb1 Lf5–+

53.Ld1 Ke6 54.Kg5 Ke5 55.Le2 Lc2 56.Lc4 Kd4 57.Lg8 Kc3 58.Lf7 Lxb3 59.Lxg6 Lc2??
Unglaublich. 59...Ld1 60.h5 Lxh5 61.Lxh5 a4 62.Ld1 b3 -+ war nicht schwer zu berechnen.

60.Lxc2 Kxc2=
Das entstehende Damenendspiel ist remis (½/85)


 

Felix erreichte mit Weiß nach 17 Zügen diese Stellung:

Gross, Felix (1554) - Negru, Maximilian (1511)

XABCDEFGHY
8-+-+r+-tr(
7zppzp-+kzpp'
6-+-wq-snn+&
5+-+p+-+-%
4-+-+-+-+$
3+-zPL+-+P#
2PzP-+-zPPvl"
1tRNvLQ+R+K!
xabcdefghy

 

Die Lage ist kompliziert. Der schwarze König steht schlecht, aber Weiß ist dafür mit seiner Entwicklung noch arg im Rückstand. Insofern hätten sich 18.c4 mit der Idee 19.Sc3 oder 18.Sa3 angeboten. Felix geht stattdessen auf Raubzug:

18.g3?! Lxg3 19.fxg3 Dxg3 20.Df3 Dxf3+ 21.Txf3 Se5
Weiß verliert eine Qualität, aber objektiv ist die Stellung ausgeglichen. Um die Entwicklung abschließen zu können, war nun 22.Sd2! Pflicht. Nach 22…Sxf3 23.Sxf3 Thf8 24.Kg2= wäre die Remiswahrscheinlichkeit hoch. Nicht dagegen nach

22.Txf6+?! gxf6 23.Le2 Sg6! 24.Lf1 Te1–+
Wegen seines unentwickelten Damenflügels verlor Weiß chancenlos. (0–1/31)


 

Runde 5:

SK Bebenhausen 1992 1 : 3 Bielefelder SK 1883

1 Alexander Honisch (2181) 1 : 0 Tom Weeke (1725)

2 Lukas Kauth (1817) 0 : 1 Antoine Borghini (1693)

3 Idar Geray (1613) 0 : 1 Leif Jona Borgstädt (1634)

4 David Johann Laub (1402) 0 : 1 Felix Gross (1554)

Es wurde zum Glück wieder besser. Ohne Yonathan, der dringend eine Pause brauchte, wurde Bebenhausen 3:1 geschlagen.

Tom war zwar chancenlos. (Sein Gegner erzielte an Brett 1 6,5/7!). Aber der Rest holte die nötigen Punkte für den Sieg.

Antoines Erfolg war allerdings glücklich. Er verdankte seinen Sieg der Hilfe seines Gegners, der remis ablehnte, um unmittelbar danach Material einzustellen.

Leif und Felix gewannen dagegen verdient:

Borgstädt, Leif Jona (1634) - Geray, Idar (1491)

XABCDEFGHY
8-tr-+-+r+(
7zp-+l+k+p'
6-+nzPpzp-+&
5+p+-+-+-%
4-+p+P+-+$
3+-+-+N+-#
2PzP-+LtRPzP"
1+-+-+RmK-!
xabcdefghy

 

Nach wechselhaftem Verlauf entstand diese Stellung. Nach 18...Kg7= wäre die Lage etwa ausgeglichen.

18...Tbf8?
Ein schwerer Fehler, von dem sich Schwarz nicht mehr erholt.

19.b3!+–
Ausgezeichnet! Leif zeigt erneut sein gutes taktisches Gespür. Weiß gewinnt bei überlegener Stellung einen Bauern.

19...Kg7
19...cxb3 20.Lxb5 Tc8 21.axb3+– ist nicht besser.

20.bxc4 bxc4 21.Lxc4 Sa5?!
21...Kh8

22.Ld3
22.La6! ist genauer.

22...Sb7?!
22...e5!

23.e5! f5 24.Tc2! Tc8 25.Tfc1 Txc2 26.Txc2 Tc8 27.Txc8 Lxc8 28.La6! Sxd6 29.exd6!
Leif hat den technischen Part gut gemeistert. Der Rest ist Schweigen. (1-0/32)


 

Laub, David Johann Heinrich (1402) - Gross, Felix (1554)

XABCDEFGHY
8-+-wq-trk+(
7+-tr-vlpzpp'
6p+-+psn-+&
5+p+psN-vL-%
4-zP-zP-+-+$
3zP-+-+Q+-#
2-+P+-zPPzP"
1+-tR-tR-mK-!
xabcdefghy

 

Felix hatte aus der Eröffnung heraus Vorteil bekommen. Zunächst passierte nichts Entscheidendes. Und nach 21.c3! hätte es auch noch einiger Anstrengung bedurft, um einen vollen Punkt zu erstreiten.

21.Sg4?
erleichterte Felix die Arbeit enorm.

Nach 21...Sxg4! 22.Lxe7 Dxe7 23.Dxg4 Tfc8 24.Dd1 Tc3 25.Te3 Dc7–+
verwertete er seinen Vorteil sicher (0–1/44).


 

Runde 6:

Bielefelder SK 1883 2 : 2 SC Bavaria Regensburg 1881

1 Yonathan Winkler (2030) ½ : ½ Naum Aumüller (1972)

2 Antoine Borghini (1693) ½ : ½ Samuel Ammann (1502)

3 Leif Jona Borgstädt (1634) 0 : 1 Theodor Bürger (1514)

4 Felix Gross (1554) 1 : 0 Daniel Slutski (1324)

Der Gegner hieß überraschenderweise wie schon in Runde 2 Bavaria Regensburg. Dieses Mal trat das nach Rating schwächste Team gegen uns an. Das letztendliche 2:2 war enttäuschend, aber leistungsgerecht.

Felix bekam einen Punkt geschenkt, weil sein Gegner im 9. Zug eine Figur einstellte und sofort aufgab.

Yonathan erreichte schnell Gewinnstellung, scheiterte dann aber erneut an der Vollstreckung:

Winkler, Yonathan (2030) - Aumüller, Naum (1972)

XABCDEFGHY
8r+lwq-trk+(
7zpp+-+pzpp'
6-+p+-sn-+&
5+-+ptR-+-%
4-+-+-+-+$
3+-zPL+-+P#
2PzPP+-zPP+"
1tR-vLQ+-mK-!
xabcdefghy

 

Nach 12...Se4!? 13.Lxe4 dxe4 14.De2 f6 15.Txe4 Lf5 hätte Weiß nur einen kleinen Vorteil. Der Mehrbauer ist verdoppelt und die ungleichen Läufer erschweren die Verwertung zusätzlich. Anders nach

12...Sd7?
Nun hätte 13.Lg5!!+– Schwarz schon niedergestreckt. Allerdings ist dies ohne Computerunterstützung kaum zu erkennen.

a) 13...f6 Diese naheliegende Antwort schreckt zunächst ab. Aber für Weiß läuft es wie am Schnürchen, z.B.:
14.Dh5 g6 (14... h6 15.Te6! Sc5 16.Lxf6+–) 15.Lxg6 hxg6 16.Dxg6+ Kh8 17.Te6! fxg5 (17...Sc5 18.Txf6+–) 18.Dh6+ Kg8 19.Tg6+ Kf7 20.Tg7+ Ke8 21.Dg6+ Tf7 22.Dxf7#

Die Alternativen können auch nicht begeistern:

b) 13...Dc7 14.Te3 f6 (14...Sc5 15.Le7) 15.Dh5 g6 16.Lxg6 Se5 17.Le8!? (17.Ld3+–) 17...Le6 (17...Lf5 18.Lh6) 18.Tae1 Taxe8 19.Lxf6 Txf6 20.Dxe8+;

c) 13...Sf6 14.Dd2 Ld7 15.Tae1 Te8 16.Txe8+ Lxe8 17.Df4 Ld7 18.Te5 Le6 19.Dh4 h6 20.Lxh6 Se4 21.Lg5+–;

13.Tg5?! Sc5 14.Tg3 g6?
Nach diesem Fehler wird es erneut eng. 14...Sxd3! 15.Lh6!? (Nach 15.cxd3 Lf5= hat Weiß nichts.) 15...Sf4 16.Txg7+ Kh8 17.Tg3 Sg6 18.Dd4+ f6 19.Lxf8 Dxf8 20.Te1 ist die kritische Fortsetzung. Weiß hat einigen Druck, aber Schwarz ist nicht ohne Gegenchancen.

15.Lh6?!
Tempoverlust. 15.Lg5! war stärker. 15…Dd6 (15...f6? 16.Lh6 gewinnt die Qualität. 16...Te8? (16...Tf7? 17.Lxg6!+–) 17.Lxg6+–) 16.Te3 f6 (16...Sxd3 17.Le7 Sxf2 (17...Sxb2 18.Dd4 c5 19.Dh4+–) 18.Dd4 c5 19.Dh4+–) 17.Lh6 Td8 18.Lf1 Läuferpaar und Kontrolle der e-Linie geben Weiß klaren Vorteil.

15...Te8 16.Lg5?!
Wieder ungenau. 16.Dd2! Sxd3 17.cxd3 war richtig. Die schwachen schwarzen Felder am Königsflügel bescheren Schwarz eine unangenehme Verteidigungsaufgabe.

16...Dd6 17.Dd2 Sxd3! 18.cxd3 Lf5
Schwarz hat das schlimmste überstanden.

19.Tf3 Ld7?!
Zu passiv. Besser ist 19...h5!.

20.Lf4! De6?
Nach diesem Fehler wird es wieder eng. 20...Df8 war nötig.

21.Te3! Df5?!
Diese weitere Ungenauigkeit hätte Schwarz teuer zu stehen kommen können. Notwendig war 21...Df6!

XABCDEFGHY
8r+-+r+k+(
7zpp+l+p+p'
6-+p+-+p+&
5+-+p+q+-%
4-+-+-vL-+$
3+-zPPtR-+P#
2PzP-wQ-zPP+"
1tR-+-+-mK-!
xabcdefghy

22.Tae1! hätte Schwarz vor massive Probleme gestellt. 22...Txe3 23.Txe3 Te8 (23...Le6 24.Te5 Df6 25.De3 Te8 26.Lg5 Dg7 27.Df4 Df8 28.b4+–; 23...Df6 24.Lg5 Dd6 25.Te7 Te8 26.Txe8+ Lxe8 27.De3 De6 28.Dxa7+– verläuft wie nach 23...Te8) 24.Txe8+ Lxe8 25.De3 Der Angriff über die schwarzen Felder ist kreuzgefährlich, z.B. 25...Dd7 (25...Ld7?! 26.Lh6! verliert direkt: 26...De6 (26...Dh5 27.g4 Dh4 28.Lg5+–) 27.Dxa7 f6 28.Dxb7+–) 26.Dxa7 f6 27.Db8 Kg7 28.d4+– Schwarz kann sich kaum rühren. Weiß kann versuchen, mit Lc7 b5 zu erzwingen, um dann mit b3 und a4 einen Freibauern zu bilden.

Stattdessen geschah 22.d4??=
Ein schrecklicher Zug, der sinnbildlich ist für Yonathans schlechte Form in Magdeburg. Die Schwächung der weißen Felder macht jede Hoffnung auf Vorteil zunichte. Der weitere Verlauf ist nicht mehr interessant (½/42).

Antoine spielte seine schlechteste Partie. Dass er sie nicht verlor, glich einem Wunder. Sein Gegner war nach seinem Start mit 0/5 offenkundig so verunsichert, dass er ein Turmendspiel mit zwei verbundenen Freibauern gegen Turm und König zum Remis verdarb.

Leifs Partie war ein Wechselbad der Gefühle. Er spielte eine Gewinnstellung heraus, vergab mehrere Chancen, die Partie zu entscheiden und verlor noch:

Borgstädt, Leif Jona (1634) - Bürger, Theodor (1514)

XABCDEFGHY
8r+-+-trk+(
7zpl+-wqpzpp'
6-zp-vlp+-+&
5sn-zp-+-+-%
4-+-zPL+-+$
3+-zP-+NvL-#
2PzP-+QzPPzP"
1+-+RmK-+R!
xabcdefghy

 

Bis hierhin hatte Leif gut gespielt. Der letzte schwarze Zug (13...De7) war ein Fehler, der aber nicht bestraft wird.

14.dxc5! hätte bereits die Entscheidung sein können. 14...Lxg3 Pflicht, wenn Schwarz nicht direkt Material aufgeben will. (14...Lc7 15.b4+–; 14...Lxc5 15.b4! Lxb4 16.cxb4 Dxb4+ 17.Sd2 Tad8 18.Lxb7 Sxb7 19.0–0+–) 15.hxg3 Lxe4 16.Dxe4 f5 17.Dh4! Dxh4 18.Txh4 bxc5 So weit forciert. Wenn man sich diese Stellung betrachtet, erkennt man schnell, das Schwarz für eine verlorene Sache kämpft. Die weißen Türme sind im Gegensatz zu den schwarzen im Spiel, der schwarze Springer steht am Rand, dem weißen winkt das prächtige Feld auf e5, Schwarz hat drei schwache Bauern (a7, c5 und e6), die weißen Bauern sind dagegen gesund. Am einfachsten gewinnt nun 19.Ta4 Sc6 (19...Sb7 20.Se5+– Es droht Td7.) 20.Tc4+– Der Bauer c5 fällt und die übrigen Schwächen bleiben.

Leif spielte 14.Lh4?!

14...De8?
sollte verlieren. 14...Dc7 war nötig und hätte Schwarz mit einem kleinen Nachteil davon kommen lassen.

15.dxc5! Lxe4 16.Dxe4
16.cxd6! sieht noch besser aus, z.B. 16...Lxf3 17.gxf3 Dd7 18.Le7 Tfc8 19.Tg1
Der Freibauer und die Angriffschancen gegen den schwarzen König machen eine erfolgreiche Verteidigung unwahrscheinlich.

16...f5 17.De2 Lc7 18.b4
18.Sd4!?

18...Sb7 19.cxb6
19.0–0 bxc5 20.Tfe1+–

19...axb6 20.0–0
Vorsichtiger war 20.Sd4 e5 21.Sb5 Df7 22.a3

20...e5?
Viel zu optimistisch. 20...Sd6! war nötig.

XABCDEFGHY
8r+-+qtrk+(
7+nvl-+-zpp'
6-zp-+-+-+&
5+-+-zpp+-%
4-zP-+-+-vL$
3+-zP-+N+-#
2P+-+QzPPzP"
1+-+R+RmK-!
xabcdefghy

 

21.Tfe1?
lässt die nächste Chance aus: 21.Dc4+! Df7 22.Dc6!+– Die Drohung Td7 führt zu weiterem Materialgewinn.

21...e4 22.Sd4?
Schwer verständlich. Die forcierte Zugfolge 22.Dc4+! Df7 23.Dxf7+ Txf7 24.Sg5 Te7 25.f3+– war die dritte Chance, den Gewinn einzutüten.

22...h6?
Zu direkt. 22...Sd6 hätte Schwarz gute Verteidigungschancen verschafft.

23.f3?!
Danach wird es kompliziert.
23.Sb5! Le5 24.Dc4+ Kh8 25.h3sicherte immer noch klaren Vorteil.
23.h3?! Df7 24.c4 Ld6 war nicht besser als der Textzug.

23...Dh5! 24.Dc4+
Auf 24.fxe4 Dxh4 25.e5 will man sich nicht unbedingt einlassen.
Ähnliches gilt für 24.Sb5! Lxh2+ 25.Kxh2 Dxh4+ 26.Kg1, obwohl die gute weiße Zentralisierung etwas Vorteil verspricht.

24...Tf7

XABCDEFGHY
8r+-+-+k+(
7+nvl-+rzp-'
6-zp-+-+-zp&
5+-+-+p+q%
4-zPQsNp+-vL$
3+-zP-+P+-#
2P+-+-+PzP"
1+-+RtR-mK-!
xabcdefghy

 

25.Lg3?
Danach geht es anderslang.
25.g3! war Pflicht. Die Stellung ist dann extrem kompliziert. 25...exf3 (25...g5?? verliert: 26.Sxf5! gxh4 27.g4 Dg5 28.Td7+–) 26.Sb5! Kh7! (26...Tc8? 27.Te7+–) 27.Sxc7 Tc8 28.Le7! f4
Hier blicken nur noch Computer durch und behaupten: Ausgleich!

25...f4
Weiß verliert eine Figur.

26.Lxf4?
Aber nicht so!
26.Lf2! war nicht nur deutlich besser, sondern hätte auch noch eine Falle gestellt: 26...e3 27.Sb5! Nun ist das naheliegende 27...exf2+?! nicht gut. (Die Zentralisierung 27...Le5! ist der richtige Weg, denn der Figurengewinn läuft nicht weg.) 28.Kxf2 Nun droht Td7. Nach 28...Kh8 29.Sxc7 Tc8 30.Te8+ Txe8 31.Sxe8 Te7 32.Sxg7 hätte Weiß gute Überlebenschancen.

26...Lxf4–+
Jetzt dagegen ist die weiße Lage hoffnungslos (0–1/34).


 

7. und letzte Runde:

Bielefelder SK 1883 2½ : 1½ SG Grün-Weiß Dresden

1 Yonathan Winkler (2030) ½ : ½ Mikala Tristan Burns (1897)

2 Tom Weeke (1725) ½ : ½ Timothy Radeke (1699)

3 Leif Jona Borgstädt (1634)½ : ½ Adam Seymer (1643)

4 Felix Gross (1554) 1 : 0 Heorhii Koltyhin (1487)

Das Los meinte es gut und bescherte uns in letzten Runde einen ratingschwächeren Gegner, der mit etwas Glück, aber nicht unverdient geschlagen wurde.

Bei Yonathan zeigte sich das bekannte Bild.

Burns, Mikala Tristan (1897) - Winkler, Yonathan (2030)

XABCDEFGHY
8r+-+r+k+(
7+p+q+pzpp'
6p+nzp-snl+&
5+-+-zp-+-%
4-+L+P+-+$
3zP-vL-+-+P#
2-zPPsN-zPP+"
1tR-+QtR-mK-!
xabcdefghy

 

Schwarz hat bequem ausgeglichen und wird seinen Gegner in den kommenden Zügen mit leichter Hand überspielen.

16...Tad8 17.Ld5?! Sxd5 18.exd5 Se7 19.Sc4?! b5 20.Se3 f5 21.La5?
21.f4!? bietet bessere Chancen auf Gegenwehr. 21...Da7 22.Df3 exf4 23.Dxf4 Sxd5 24.Dd4

21...Tc8 22.c3 f4–+
Schon ist es passiert. Weiß steht auf Verlust.

23.Sc2?
23.Sf1 war eher geeignet, Widerstand zu leisten.

23...Tf8
Gut genug. Aber warum nicht das simple 23...Lxc2! 24.Dxc2 f3!–+ ? Der schwarze Läufer ist außer Spiel und der schwarze Angriff (Tf8, Sg6–f4 etc.) spielt sich wie von selbst.

24.f3! Tf5
24...Lf5! nebst Tf6–g6

25.Te2 Tg5 26.Kh2 Tg3?!
erschwert die Aufgabe. 26...Sf5! 27.Lb6 Sh4–+ verhindert Lf2 und lässt Weiß chancenlos.

27.Lb6! Lf5 28.Lf2! Tg6
28...Tg5! mit der Idee 29.Lh4?! Th5! 30.Lxe7 Lxh3!–+ war erneut einfacher.

29.Lh4 Lxc2??
Schwer verständlich. Fast jeder andere Zug war besser, als den Angriffsläufer gegen den wirkungslosen Springer abzutauschen, z.B.:
29...Tf8 30.Lxe7 Dxe7 31.a4 (31.De1 Tg3) 31...Dh4 32.De1 Tg3–+;
29...Th6 30.Lxe7 Dxe7 31.De1 Dg5–+

30.Txc2 Sf5 31.Lf2
Schwarz hat nichts mehr und muss einen neuen Anlauf nehmen.

31...Df7 32.Dd3 Se7 33.Td1 Df5 34.Dxf5 Sxf5 35.Te2?
Dieser passive Zug gibt Schwarz eine zweite Chance auf den Sieg.
35.b3! mit der Idee c4–c5 folgen zu lassen, gibt Weiß ausreichendes Gegenspiel.

35...Tf6 36.Te4 Tf7 37.Kg1
37.a4!? war hier und in den folgenden Zügen sinnvoll, um sich Gegenchancen zu verschaffen.

37...g5
Mit 37...Tb7 weißes a4 zu erschweren, ist vorsichtiger.

38.Kf1 h5 39.Ke2 Tg7 40.a4!
Endlich, aber zu spät.

40...g4! 41.hxg4 hxg4 42.fxg4 Txg4
Schwarz hat erneut klaren Vorteil herausgespielt; g2 ist schwach und die schwarzen e- und f-Bauern drohen Weiß zu überrollen.

43.Kf3 Tg7
Ungenau. 43...Tg5! 44.axb5 axb5 45.Tb4 Sg3 46.Txb5 Kg7! 47.Tb7+ Kg6 48.Td7?! (48. Te1 Tf8 49. Lxg3 Txg3+ 50.Kf2 Tg8 51. Te2 Kf6 52.Kf1 Td3 ist die bessere Verteidigungschance.) Tf8 49.Txd6+ Kf5 50.Lxg3 Txg3+ 51.Kf2 Tfg8 52.Tg1 e4–+ und gewinnt.

44.axb5 axb5 45.Ta1?

XABCDEFGHY
8-+r+-+k+(
7+-+-+-tr-'
6-+-zp-+-+&
5+p+Pzpn+-%
4-+-+Rzp-+$
3+-zP-+K+-#
2-zP-+-vLP+"
1tR-+-+-+-!
xabcdefghy

 

45.Tb4! Kf7 46.Txb5 Kf6 47.Th1 Tcg8 48.Th2 Sg3 49.Tb4 Kf5 50.Th4 bot noch gute Verteidigungschancen.

45...Tb7?= ½–½
Konsterniert vom Turnier- und Partieverlauf stellte Yonathan hier seine Gewinnbemühungen ein und bot remis an. Der Gegner nahm an. Damit war der Mannschaftserfolg sichergestellt.

Allerdings hätte 45...Sg3! ausgezeichnete Gewinnchancen ergeben. Trotz des reduzierten Materials hat Schwarz gefährlichen Angriff, z.B.: 46.Tb4 Tf8! 47.Te1! (47.Lxg3? Txg3+ 48.Kf2 Kf7 49.Txb5 Tfg8 50.Tg1 Kf6 51.Tb6 e4 52.Txd6+ Kf5 53.Te6 Tb8 54.b4 Ta8–+; 47.Txb5?? e4#) 47...Tg5! Weiß kann seine Stellung nicht verbessern, während Schwarz droht, seinen König nach f5 zu führen. (Das übereilte 47...e4+? gewinnt die Qualität, aber nicht die Partie. 48.Tbxe4 Sxe4 49.Txe4 Tf5 50.Te6! Txd5 51.Ld4 Tf7 52.Te8+ Kh7 53.Kg4!=) 48.Lxg3 scheint noch die beste Chance zu sein. (48.Txb5? e4+ 49.Txe4 Sxe4 50.Kxe4 f3! 51.gxf3 Te5+) Aber nach 48...Txg3+ 49.Kf2 Kf7 50.Kf1 Kf6 51.Txb5 Th8 52.Tb6 Kf5 53.Txd6 e4–+ steht Weiß erneut auf verlorenem Posten.


 

Tom schaffte ein glückliches Remis. Nach verkorkster Eröffnung stand er mehrere Züge lang auf Verlust. In immer noch leicht schlechterer Stellung bekam er ein Remisangebot, das er annahm.

Leif hatte seinen Gegner aus der Eröffnung heraus überspielt und ein Endspiel mit klarem Vorteil erhalten. Seine Technik erwies sich leider als mangelhaft und er musste am Ende froh sein, ein Unentschieden zu erreichen:

Seymer, Adam (1643) - Borgstädt, Leif Jona (1634)

XABCDEFGHY
8-+-+-+-+(
7+p+r+-zpp'
6p+p+-zp-+&
5+n+k+-+-%
4P+-zP-+P+$
3+-+-vLP+-#
2-zP-tR-mK-zP"
1+-+-+-+-!
xabcdefgh
y

 

Bis hierhin hatte Leif gut gespielt. Das Endspiel ist für Weiß schwierig. Die Bauernschwäche auf d4 und die passiven Figuren verheißen eine mühevolle Verteidigungsarbeit.

32...Sd6?!
Der erste Schritt ab vom rechten Weg.
32...Sc7! ist viel besser, um den Springer nach e6 zu führen. Denn dort steht er optimal. Er greift d4 an, schützt c5 und schielt nach f4.
Nach 33.Tc2 Se6 34.b4 Tf7 steht Schwarz bereit, mit f5 fortzusetzen.

33.b3 b6?!
Warum?

34.h4 Sb7 35.Kg3 g6 36.Lf4 Te7 37.g5 f5?!
Damit hat Schwarz seinen Vorteil verspielt. Denn nun kann er seine Stellung nicht mehr verbessern.
37...fxg5 war ein besserer Versuch, z.B. 38.hxg5 Sa5 39.Td3 Te1 40.Lc7 Tb1 41.Te3! Sxb3 42.Lxb6 Sxd4 43.Lxd4 Kxd4 44.Te7 Objektiv ist die Stellung remis, aber nur Schwarz kann noch auf mehr hoffen.

38.Le5= Sd6 39.Kf4

XABCDEFGHY
8-+-+-+-+(
7+-+-tr-+p'
6pzppsn-+p+&
5+-+kvLpzP-%
4P+-zP-mK-zP$
3+P+-+P+-#
2-+-tR-+-+"
1+-+-+-+-!
xabcdefghy

 

39…b5??
So schafft man ausgezeichnete Verlustchancen. Das Feld c5 aufzugeben, spielt Weiß in die Hände. 39...a5= hätte jede Gefahr abgewendet.

40.Tc2! Sb7 41.axb5 axb5 42.b4+–
Objektiv ist Schwarz verloren.

42...Tf7 43.Ke3?
erlaubt einen rettenden Trick. 43.Lf6!+– gewinnt.

43...Te7?
43...c5!! 44.bxc5 Sa5= Die Doppeldrohung Sc4+ und Sc6 gleicht aus.

44.Kd3?
Die falsche Richtung. 44.Kf4+–

44...Tf7?
44...Te8= war notwendig.

45.Lf6+–
Jetzt ist Schwarz erneut verloren.

45...Kd6 46.Te2 Kc7 47.Te8?!
47.Le5+ Kd7 48.d5!+– nebst Eindringen des weißen Königs hätte Schwarz vor unlösbare Probleme gestellt.

47...Sd6! 48.Te1?
48.Te6! war immer noch sehr gut für Weiß.

48...Kd7?
lässt erneut d5 zu. 48...Sc4=

49.f4??
Das Feld e4 aufzugeben, ist eine absurde Idee. 49.d5!+– hätte gewonnen.

49...Se4=
Jetzt geht nichts mehr und nach ein paar weiteren Zügen reichte man sich die Hände (½/55)


 

Den Mannschaftserfolg stellte Felix sicher. Letztlich gewann er verdient, indem er seine größere Erfahrung im Endspiel gegenüber seinem 3 Jahre jüngeren Gegner nutzte. Die entscheidende Partiephase:

Gross, Felix (1554) - Koltyhin, Heorhii (1502)

XABCDEFGHY
8-+ktr-+-tr(
7zppzp-+-wq-'
6-+nzp-zppzp&
5+-+Nzp-+n%
4-+P+PzP-+$
3zP-+-wQ-+P#
2-zPP+N+P+"
1+-mKR+R+-!
xabcdefghy

 

Schwarz hat schon mehrere Züge lang auf f4 nehmen und eine nahezu ausgeglichene Stellung erreichen können. Nach 19.f5! g5 20.g3+– hätte Felix eine Gewinnstellung gehabt. Der Springer h5 ist gestrandet und Weiß kann am Damenflügel angreifen (b4, Td3 etc.).

Stattdessen zwingt er Schwarz zu seinem Glück.

19.g4? Sxf4 20.Sexf4 exf4 21.Dxf4 Se5?!
Schwarz gibt ohne Not einen Bauern.
Nach 21...Thf8= hätte er sicher gestanden. Die schwachen Bauern auf f6 und e4 heben sich auf.
22.Sxf6 Se5 23.h4 (23.b3?? Sd7–+) 23...Sxc4 (23...g5 24.hxg5 hxg5 25.Df5+ Sd7 26.Dh7! Dxh7 27.Sxh7 Tf4= geht auch.) 24.g5 hxg5 25.hxg5 Se5= bringt nichts ein.

22.Dxf6 Dxf6 23.Txf6 g5?!
Schwarz bringt sich in Gefahr.
23...Tdf8 24.Tdf1 Txf6 25.Txf6 Kd7 26.b3 Te8 hätte ihm dagegen gute Remischancen beschert.

Mit 24.b3 sicherte Weiß seinen Mehrbauer und gewann, da sich Schwarz zu passiv verteidigte (1–0/59).
Das dynamische 24.c5! dxc5 25.Se7+ Kb8 26.Txd8+ (26.Sg6!?) 26...Txd8 27.Txh6 sieht allerdings noch besser. aus


 

Mit diesem Sieg in der letzten Runde erreichte die Mannschaft Rang 11. Um mehr zu erreichen, fehlte vor allem Konstanz. Antoine spielte zwei sehr gute Partien und zwei eher schlechte, aus denen er nur dank gegnerischer Unterstützung 1,5 Punkte herausholte. Leif spielte ebenfalls zweimal sehr gut, aber verdarb auch mehrere Partien ohne Not. Felix leistete sich nur eine schlechte Partie, ließ aber auch immer wieder Chancen aus. Toms Ergebnis ist vor allem der Gegnerschaft geschuldet. Er hatte relativ zum eigenen Potential die härteste Konkurrenz. Bei Yonathan lief leider wenig zusammen. Seine Chancenverwertung war desaströs.


 

Das wichtigste war aber, dass der Spaß am Spielen und der Teilnahme an einem großartigen Event überwog. Die Stimmung auf der Rückfahrt war sehr gut. Nun heißt es, einen neuen Anlauf zu nehmen, um auch 2024 wieder auf deutscher Ebene antreten zu dürfen.


 

Zum Schluss noch die nackten Zahlen:

  1. Yonathan Winkler 1,5/5

  2. Tom Weeke 1/5

  3. Antoine Borghini 3/4

  4. Leif Borgstädt 2,5/5

  5. Felix Gross 3/5

 

OWL Jugend Einzelmeisterschaften

09.01.2024

Vom 2. bis 5. Januar fand in Bad Laer die Einzelmeisterschaft im Kinder- und Jugendschach für Ostwestfalen/Lippe statt. Der Bielefelder Schachklub startete in folgenden Altersklassen: U10, U12, U14, U16 und im Einsteigerturnier. Unsere Erfolge:

In der U10 belegten hinter dem Sieger Benjamin Simon (SF Lieme) Yasin Delibas und Heval Kartal vom BSK die Plätze 2 und 3 und qualifizierten sich damit für die NRW-Meisterschaft, herzlichen Glückwunsch dazu! Vervollständigt wurde dieser Erfolg durch einen starken 5. Platz von Jonathan Groß (13 Teilnehmer).

In der U12 erreichte Jannis Vogt einen starken 2.Platz, wobei Caissa den favorisierten Alexander Döding (Rhedaer SV) in der Schlussrunde begünstigte, der aufgrund von Nervenschwäche des Gegners eine eigentlich schon verlorene Stellung noch drehen und dadurch knapp an Jannis durch bessere Feinwertung vorbeiziehen konnte. Hier bedeuteten die ersten beiden Plätze die Qualifikation für NRW, herzlichen Glückwunsch, Jannis! Mikael Basara startete gut ins Turnier , musste dann aber abreißen lassen und beendete das Turnier mit einer seeehr großen Rochade (4 Nullen en Suite); schade, da wäre etwas mehr drin gewesen.

In der U14 zog Giovanni Paolo Sepe seine einsamen Kreise an der Spitze und gewann das Turnier mit 7 aus 7! Komplettiert wurde hier der Bielefelder Erfolg durch einen sehr starken Auftritt der bereits für die Altersklasse U14w vorqualifizierten Luna Vogt mit 5,5 aus 7 und einem ganzen Punkt Vorsprung auf den Drittplatzierten Aaron Vesszö (Schachakademie Paderborn). Emil Specht erreichte akzeptable 50%, David Foremny gab aus gesundheitlichen Gründen das Turnier nach der zweiten Runde auf. Wir sehen also Paolo und Luna bei der NRW-Meisterschaft wieder, herzlichen Glückwunsch!

In der U16 gelang Antoine Borghini trotz einer zwischenzeitlichen Niederlage gegen seinen U16- und U20-Teamkollegen Kristjan Heidemann (SGEM Hücker-Aschen, Gastspieler Jugend beim BSK) der Sprung aufs Treppchen mit 5 aus 7 (2.Platz) mit einer Buchholzwertung von nur 1 Punkt weniger als der Sieger Johann Käuper (Schachakademie Paderborn) und einem Vorsprung von 1,5 Buchholzpunkten auf den Drittplatzierten Niclas Rogalski (Blauer Springer Paderborn), alle 5 Punkte. Auch Antoine qualifizierte sich damit für die NRW-Meisterschaft in Kranenburg, herzlichen Glückwunsch!

Das Einsteigerturnier gewann bärenstark mit 6,5 aus 7 Johann Alexander Volk vom BSK, herzlichen Glückwunsch, Johann! Ebenfalls stark der 4. Platz von Felix Anh Khoa Truong (9 Teilnehmer)!

Ein großes Lob gebührt dem Ausrichterteam um Jannik Liebelt, das die Veranstaltung souverän , liebevoll und mit Augenmaß gestaltete und Lust auf mehr solcher Turniere machte, Dankeschön dafür!

(KE)